Beginnen wir mit der Bestimmung der Begriffe.
Den Verdauungskanal des Hundes bilden: Maul, Maulhöhle, Schlund, Speiseröhre, Magen, Dünndarm (bestehend aus Zwölffingerdarm, Leerdarm und Hüftdarm), Dickdarm (bestehend aus Blinddarm, Grimmdarm und Mastdarm) sowie der After.
Alle diese Abschnitte werden von Mikroorganismen besiedelt, zum größten Teil Bakterien, die ohne Krankheiten hervorzurufen auf der Schleimhaut leben. Die Gesamtheit der im Darmkanal lebenden Bakterien bildet die Darmflora, wobei es sich nicht um durchgängig die gleichen Organismen handelt. Abhängig von der Struktur und vor allem der Funktion des jeweiligen Abschnittes hat dieser auch seinen eigenen für ihn typischen Bakterienbesatz. Davon ist auch der Magen nicht ausgenommen. Man unterscheidet demnach zwischen Magen-, Dünndarm- und Dickdarmflora, zusammengefasst zur Magen-Darmflora.
Bei Jungtieren, vor allem in der Säugezeit, sind die Unterschiede in der Darmflora zwischen einzelnen Säugetierarten noch nicht allzu ausgeprägt, diese entwickeln sich erst mit zunehmendem Alter durch die sich dann mehr und mehr herausbildenden unterschiedlichen Ernährungsgewohnheiten. Ist das Tier erwachsen, weist es eine für seine Art charakteristische Magen-Darmflora auf, die sich bei Tieren mit ähnlichen Ernährungsgewohnheiten durchaus in der Zusammensetzung der Darmbesiedlung sehr gleichen kann. Nimmt man z.B. Katze und Hund, beides Beutetierfresser, gibt es große Ähnlichkeiten. So finden sich in der Dickdarmflora über 100 verschiedene Bakterienarten, deren überwiegende Mehrheit sich nur unter sauerstofffreien, also anaeroben, Bedingungen vermehrt. Ausgeschieden werden die Darmbakterien regelmäßig mit dem Kot, der immerhin zu 20 bis 40 Prozent aus Bakterienzellen besteht.
Keimfrei sind ungeborene Welpen, doch bereits während des Geburtsvorganges kommen die Kleinen mit den Bakterien in Berührung, die sich im mütterlichen Geburtsweg befinden. Nachdem sie das Licht der Welt erblickt haben, nehmen sie über die Mundhöhle weitere Keime auf, die sich in der näheren Umgebung befinden. So beginnt unmittelbar nach der Geburt die Besiedelung des Verdauungskanals mit Bakterien. Und was sich da tut, der Magen-Darm-Trakt wird regelrecht von ihnen überflutet, zumal sich noch sehr wenig Säure gebildet hat, die später eine Art Barriere gegen die Eindringlinge bildet.
Am dritten bzw. vierten Lebenstag hat die Besiedlung ihren Höhepunkt erreicht, jetzt setzt ein Stadium der Stabilisierung ein. Zwischen dem 14. und 20. Lebenstag kann man von einer relativ stabilen Darmflora beim Welpen sprechen. Jetzt ist auch genügend Magensäure vorhanden, durch die mit der Nahrung aufgenommene Bakterien getötet werden. Die Magen-Darm-Flora besteht nunmehr aus einem großen Anteil ständig vorhandener Bakterien, die hervorragend an das Tier angepasst zeitlebens da sind und nicht allzu vielen Bakterienarten, die nur vorübergehend den Darmkanal besiedeln und früher oder später ausgeschieden werden.
Wie bereits erwähnt, werden die einzelnen Abschnitte des Verdauungssystems von unterschiedlichen Bakterienarten besiedelt, so kommen im Magen vorrangig säuretolerante Laktobakterien vor, denen das saure Milieu nichts ausmacht. Dagegen ist für die Mehrzahl der mit der Nahrung aufgenommenen Bakterien hier Endstation, der saure Magenbrei tötet sie ab. Auch der Dünndarm, wo erwähnter saurer Mageninhalt weitgehend neutralisiert wird, sich also bessere Bedingungen für die Darmbakterien finden, ist noch keimarm. Erst am Übergang zum Dickdarm steigen die Keimzahlen wieder an, und zwar ruckartig. Befand sich im Dünndarm nur die vergleichsweise kleine Anzahl von 10.000 bis 10 Millionen Bakterien pro Gramm Darminhalt, misst man im Dickdarm in der gleichen Menge Darminhalt immerhin 10 Milliarden Keime. Sie müssen aber auch die Hauptarbeit bei der Verdauung leisten, deshalb herrscht hier ein optimales Milieu für sie. Es verwundert also nicht, dass dieser Abschnitt die größte Vielfalt von Bakterienarten beherbergt.
Normalerweise befinden sich die in der Magen-Darm-Flora ansässigen Bakterienarten in einem ausgewogenen Gleichgewicht. Das ist natürlich von mehreren Faktoren abhängig, so u.a. der Nahrungszusammensetzung, dem Alter des Hundes, der Art der Fütterung sowie den gesamten Haltungsbedingungen. Eine intakte Magen-Darm-Flora ist auch in der Lage, den Organismus vor Infektionen durch eingedrungene Bakterien zu schützen, die einfach keine Chance erhalten, sich anzusiedeln und zu vermehren. Gerät aber das Gleichgewicht aus den Fugen, können bakterielle Stoffwechselprodukte im Dickdarm entstehen, die den Organismus schädigen und zu Krankheiten führen. Natürlich wird dabei auch die Schutzfunktion nicht mehr in ausreichendem Maße ausgeführt, so dass sich Infektionserreger im Darm einnisten.
Die zur normalen Darm-Flora gehörenden Bakterien ernähren sich von den Nahrungsbestandteilen, die in den Dickdarm gelangen sowie von den bei der Verdauung anfallenden Zwischen- und Abbauprodukten. Jede der Bakterienarten benötigt eine für sie spezifische Ernährung. Daraus schlussfolgert nun, dass es bei einer Futterumstellung des Hundes zu erheblichen Diskrepanzen in der Dickdarmflora kommen kann, das gleiche trifft natürlich auch auf einseitige Ernährung zu. Erhält der Hund vorwiegend Fleisch und Schlachtabfälle, werden eiweißabbauende Bakterienarten bevorzugt und kohlenhydratabbauende benachteiligt, es kommt also zu einer Störung des Gleichgewichtes in der Darmflora, was wiederum negative Auswirkungen auf den Organismus hat.
Allen Gefahren, die mit Störungen des Gleichgewichtes der Magen-Darm-Flora verbunden sind, kann mit einer optimalen Ernährung vorgebeugt werden, wie sie z.B. durch Produkte der grau Spezialtiernahrung garantiert wird. In ausgewogener Zusammensetzung und für alle Altersgruppen gezielt entwickelt enthält der Hund alles, was er für ein artgerechtes, gesundes Leben benötigt. Sollte dennoch die Keimpopulation im Darm in ein Ungleichgewicht geraten sein, wie es beispielsweise nach Durchfällen, Wurmkuren oder Antibiotikagabe passieren könnte, kann durch die Gabe einer sinnvollen Nahrungsergänzung wie Sanofor, einem Naturmoor aus dem Hause grau, der Aufbau und die Regeneration der Magen-Darm-Flora eingeleitet werden.